3,5 Megawatt aus Sonnenlicht

29. April 2011 | Dahlem | Kölner Stadt Anzeiger | Autor: Bernhard Romanowski

Die Grundstücke, auf denen die Photovoltaik-Anlage entstehen soll, befinden sich im Besitz von Emanuel Graf Beissel von Gymnich. Es handelt sich um die Flächen, die an das ehemalige, vom Grafen betriebene Sägewerk angrenzen.


 
Auf dem Areal des ehemaligen Sägewerks in Schmidtheim will ein Investor eine große Photovoltaik-Anlage errichten. (Bild: Romanowski)

Dahlem - Im großen Stil soll bald das Sonnenlicht im Schmidtheimer Gewerbegebietversilbert werden. Die Firma Sybac-Solar aus dem rheinland-pfälzischen Sinzig will dort eine große Photovoltaik-Anlage errichten. Sie stellte die Pläne dazu am Mittwoch im Planungsausschuss der Gemeinde vor. Zudem war auf Antrag der CDU-Fraktion die Ausweisung einer neuen Windkraftkonzentrationszone im Wald Thema der Ausschusssitzung.

Die Grundstücke, auf denen die Anlage entstehen soll, befinden sich im Besitz von Emanuel Graf Beissel von Gymnich. Es handelt sich um die Flächen, die an das ehemalige, vom Grafen betriebene Sägewerk angrenzen. Wie Bürgermeister Reinhold Müller im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ erläuterte, wurden die dazu notwendigen Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans am Donnerstag einstimmig vom Ausschuss befürwortet. Nun wird ein entsprechender Bauantrag vom Investor vorbereitet.

Laut Müller werden insgesamt rund 18 500 Module auf über 500 sogenannten „Tischen“ installiert. Die Anlage sei mit einer Leistung von 3,5 Megawatt peak geplant.

Da die Photovoltaik-Anlage im Einflugbereich des Flugplatzes Dahlemer Binz liegt, muss noch geprüft werden, ob sich daraus irgendwelche Nachteile für den Flugbetrieb ergeben, etwa in Form von Reflexionen, durch die die Piloten geblendet werden könnten. Nach Abschluss der notwendigen Untersuchungen ist dann Eile geboten. Denn bis Ende August muss die Anlage in Betrieb genommen werden, da die entsprechenden Förderprogramme hierzu gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zum 30. Juni dieses Jahres auslaufen.

In der Sitzung am Mittwoch stand auch die Ausweisung einer Windkraftkonzentrationszone im Wald auf der Agenda, den die CDU eingebracht hatte und der einstimmig durchgewunken wurde. Die veränderte politische Situation in der Bundesrepublik und besonders in NRW, machte verstärkt den Einsatz alternativer Energien erforderlich. Dem wolle man sich nicht verschließen, hieß es vonseiten der Christdemokraten. Weiter hieß es in dem Antrag: „Wir versprechen uns nicht nur einen Beitrag zur Klimaverbesserung durch CO2-Reduzierung, sondern auch einen entsprechenden Pachtbeitrag in die Gemeindekasse.“

Ortsbesichtigung geplant

Bürgermeister Müller brachte dazu zwei Flächen ins Gespräch. Die eine liegt auf der Anhöhe zwischen Frauenkron und Udenbreth, die andere in dem Waldgebiet zwischen Baasem und Neuhaus, beide rund zwei Kilometer von den Ortslagen entfernt. In Kürze sind Ortsbesichtigungen durch dieGemeindepolitiker dort vorgesehen. Danach wird diskutiert, ob beide vorgeschlagenen Standorte für Windkraft ausgewiesen werden und wie viele Anlagen dort künftig zulässig sein sollen. „Wir werden jetzt nicht auf »Teufel komm raus« Windräder bauen lassen“, betonte Müller. Aber die Atomkraft sei eben ein Auslaufmodell. Derzeit herrsche bei der Gemeinde ein massiver Andrang an potenziellen Betreibern, die solche Anlagen bauen wollten.

In der Summe, so Müller, werde für die Windkraft kein Wald entfernt , da für Windräder immer entsprechende Ausgleichsflächen ausgewiesen würden. Auch werde man keinen Hochwald dazu einschlagen, sondern die Anlagen auf freien Flächen im Wald an gut erschlossenen Waldwegen bauen lassen. Was die Bedenken hinsichtlich der Tierwelt im Wald angeht, sieht Müller, bis auf die Zeit während des Baus der Anlagen, keine Beeinträchtigungen gegeben.

Man habe sehr gute Erfahrungen mit dem „repowerten“, also durch neue und größere Anlagen ersetzten Windrädern bei Berk gemacht. Dort, unterhalb der Windkrafträder, würden sich die Rehe und Hirsche geradezu tummeln. Müller: „Die Tiere gewöhnen sich sehr schnell an solche Anlagen.“