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Die Zukunftsaussichten sind sonnig

27. April 2013 | Hambergen | Weser Kurier | Autor: Christian Markwort

Auf dem ehemaligen Kaffee-Hag-Gelände in Oldenbüttel ist gestern die neue Fotovoltaik-Großanlage eingeweiht worden. Rund neun Millionen Kilowattstunden pro Jahr wollen die Betreiber in das Stromnetz des Energieversorgers EWE einspeisen – sehr zur Freude der Samtgemeinde Hambergen.

Oldenbüttel. Pünktlich zur Einweihung des neuen Solar-Parks auf dem ehemaligen Kaffee-Hag-Gelände zeigte sich das Wetter von seiner übelsten Seite. Bei strömendem Regen besichtigten zahlreiche Funktionsträger und Anwohner gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Dortmunder Betreibergesellschaft Sybac, Ingo Konert, die knapp 22 Hektar große Fotovoltaik-Anlage in Oldenbüttel. "Der lange Arm der Atom-Lobby reicht scheinbar sogar bis zum Wettergott", scherzte der Osterholzer Kreisdezernent Richard Eckermann. Doch trotz der misslichen äußeren Umstände hatten alle Beteiligten etwas zu feiern. Gemeinsam mit vielen Anwohnern wurde die Anlage als "Leuchtturm-Projekt" für den Landkreis Osterholz offiziell eingeweiht.

"Der Solar-Park ist ein Musterbeispiel für die gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Betreibern und Anwohnern", betonte Eckermann in seiner kurzen Ansprache. Das Projekt sei "eine echte Erfolgsstory" und zeige, dass der Landkreis Osterholz schon in Sachen "Energiewende 2030" seit Jahren perspektivisch arbeite. Laut einer Machbarkeitsstudie seien rund 15 Prozent Solarenergie nötig, um die Abkehr von konventionell erzeugter Energie zu ermöglichen. "Der Landkreis Osterholz hat durch die Solar-Parks in Vollersode und Bargten sowie diesem Musterbeispiel hier in Oldenbüttel schon jetzt einen Anteil von neun Prozent", lobte Eckermann. Die Samtgemeinde Hambergen spiele mit dem Solar-Park "jetzt in der Bundesliga der regenerativen Energien ganz oben" mit.

Ausgerechnet zur Einweihung des neuen Solarparks in Oldenbüttel schüttete es wie aus Kübeln. © Markwort

Firmen schließen sich zusammen

Samtgemeindebürgermeister Bernd Lütjen nahm das Lob gerne auf. "Wir sind bereits seit 2004 mit unserem Bürger-Solar-Projekt eine Art Vorreiter der Energiewende 2030", erklärte Lütjen. Zunächst habe sich die Suche nach einem geeigneten Investor für die brach liegende Industriefläche sehr schwierig gestaltet, blickte er auf die Anfänge zurück. Er selbst betrachte seinen Anteil am Erfolg eher "als Vermittler zwischen den beiden Energiefirmen Reon und Sybac". Statt gegeneinander zu konkurrieren, hätten sich die beiden für ein Miteinander entschieden, um das riesige Gelände zu bebauen. "Eine Firma alleine hätte niemals wirtschaftlich genug arbeiten können", erklärte Lütjen.

Ingo Konert, leitender Geschäftsführer der Firma Sybac, dankte nicht nur den Vertretern von Land, Landkreis und Samtgemeinde. "Mein Dank gilt vor allen Dingen den Anwohnern", betonte Konert. Ohne deren Geduld und Durchhaltevermögen sei das Projekt nicht zu verwirklichen gewesen. Mit Hilfe des Solar-Parks könne jetzt eine jährliche Strommenge von knapp 8,7 Millionen Kilowattstunden in das Stromnetz des Energieversorgers EWE eingespeist werden. "Damit können wir knapp 2170 Vier-Personen-Haushalte, knapp die Hälfte der Einwohner Hambergens, über ein Jahr lang mit eigenproduziertem Strom versorgen", so Konert, "das ist eine ordentliche Hausmarke".

Dem stimmte die neue Staatsrätin im niedersächsischen Ministerium für Arbeit, Wirtschaft und Verkehr, Daniela Behrens, vorbehaltlos zu. "Ich bin dem Landkreis Osterholz sehr verbunden", erklärte sie und bezeichnete den Solar-Park als "Vorzeige-Projekt, an dem sich andere Gemeinden ein Beispiel nehmen sollten". Mit Blick auf den aktuellen Strompreis von rund 17 Cent pro Kilowattstunde kritisierte sie gleichzeitig Bundesumweltminister Peter Altmaier. "Seine Strompreisgrenze ist eine Investitionsbremse, die neue Investoren von ähnlichen Großprojekten abhalten wird." Die allerdings brauchten die einzelnen Kommunen, um Steuereinnahmen erwirtschaften zu können. So kämen der Samtgemeinde Hambergen durch den neuen Solar-Park Gewerbesteuern im unteren fünfstelligen Bereich zugute, wie Bernd Lütjen mitteilte.