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8,25 Millionen Euro: Dörfer kaufen Solarpark

02. Januar 2013 | Gillenfeld/Ellscheid | Volksfreund | Autor: Helmut Gassen

Überraschender Coup: Erst im Oktober 2012 wurde die Freiflächen- Fotovoltaikanlage im Industriegebiet Gillenfeld/Ellscheid in Betrieb genommen. Jetzt hat der Zweckverband des Industriegebiets einen Kredit über 8,25 Millionen Euro aufgenommen und die Anlage gekauft.

Gillenfeld/Ellscheid. Groß war die Freude bei den Verantwortlichen des Zweckverbands Industrie- und Gewerbegebiet Gillenfeld/Ellscheid im Oktober 2012. Endlich hatten sie einen Investor für das seit 15 Jahren im Dornröschenschlaf liegende Gewerbegebiet an der B 421 gefunden. Acht Millionen Euro investierte die Sybac Solar AG aus Polch nach eigener Aussage in eine sogenannte Freiflächen-Fotovoltaikanlage, die jährlich fünf Millionen Kilowatt Strom erzeugen soll. Damit können rund 1250 Haushalte versorgt werden. Etwa zwei Drittel der Gesamtfläche des Gewerbe- und Industriegebiets wurden dadurch belegt.

20 Jahre lang sollte der Pachtvertrag laufen - genauso lange wie die staatliche Förderung für die Einspeisung von Strom. Doch schon damals machte man sich Gedanken, das Projekt in die eigenen Hände zu nehmen. "Bereits bei der Verpachtung der Flächen hat sich der Zweckverband eine Erwerbsoption einräumen lassen, die jetzt ausgeübt wurde", erklärt Büroleiter Arnold Schneider von der VG Daun. Somit endete zu Jahresbeginn das Pachtverhältnis mit der Firma Sybac.

Auf die Frage, weshalb die Gemeinden nicht von vornherein das Projekt selbst realisiert haben, sagte Schneider: "Anfangs waren alle Beteiligten froh, einen Investor mit dem nötigen Know-How an der Hand zu haben. Denn es galt auch, rasch zu handeln, um noch eine möglichst hohe Einspeisevergütung zu bekommen."

Über die Kaufsumme wollen der Zweckverband, die Verbandsgemeinde und die Gemeinden Stillschweigen bewahren. Im Nachtragshaushalt des Zweckverbands sind aber 8,25 Millionen Euro dafür ausgewiesen - als Kredit. Denn: Da die Gemeinden nicht so viel Geld haben, hat die VG für sie nun besagten Kredit aufgenommen. Dieser soll in den nächsten 20 Jahren zurückbezahlt werden.
"Wir können im Prinzip nur gewinnen", sagt Albert Borsch, Ortsbürgermeister von Ellscheid. Letztlich haben die derzeit nie-drigen Kreditzinsen und die sicheren Einnahmen zur Kaufentscheidung geführt.

"Die Kommunalaufsicht hat die Kreditaufnahme für den Kauf genehmigt. Beide Gemeinden belastet der Kauf zu gleichen Anteilen", sagt Borsch. Das bestätigt die Kommunalaufsicht der Kreisverwaltung. Sie spricht von einem "rentierlichen Geschäft". Auf die Frage, wie viel die Anlage voraussichtlich jährlich an Erlös erzielt und wie hoch der monatliche Schuldendienst der Gemeinden für das Projekt ist, gibt keiner der Beteiligten Auskunft. Schneider meint lediglich, dass der prognostizierte Nettoerlös "ein Mehrfaches der bisherigen Pachteinnahmen beträgt".

Ellscheid hat bisher 25 000 Euro in das Gewerbegebiet gesteckt, mit der erneuten Investition soll endlich Geld in die Gemeindekasse zurückfließen. Ganz raus ist auch die Sybac Solar nicht. Eine ihrer Tochterfirmen übernimmt laut Schneider die Wartung der Anlage.


Die Sybac betreibt in Deutschland Solaranlagen und Solarparks. In Rheinland-Pfalz wurden schon 14 dieser Parks realisiert - unter anderem in Kempfeld, Hasselbach und Leideneck im Hunsrück und in Ellscheid. Sybac hat rund 50 Mitarbeiter in Polch und Kehrig, darüber hinaus deutschlandweit fünf Tochterunternehmen. Das Unternehmen hat sich aus einem Ingenieur- und Handwerksbetrieb entwickelt, installierte zunächst Dach-Solaranlagen auf Wohnhäusern und Landwirtschaftshallen. 2009 wurde der erste Park in Betrieb genommen. Das größte Projekt ist ein 73 Hektar großer Park in Berlin, in den rund 70 Millionen Euro investiert wurden.