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Eifelstadt lässt die Sonne arbeiten

29. November 2012 | Kaisersesch | Rhein-Zeitung | Autor: Thomas Brost

Kaisersesch - Das nennt man wohl einen Traumstart: Am ersten Tag seiner Amtszeit hat Stadtbürgermeister Gerhard Weber die Genehmigung zum Bau einer gigantischen Fotovoltaikanlage auf ehemaligen Flächen der Firma Glunz erhalten. Die Firma Sybac Solar (Polch) investiert 12,5 Millionen Euro und kalkuliert mit einer Einspeisung von rund 9,35 Megawatt Strom.

Die Stadt profitiert von der Anlage, die auch für sie erkleckliche Beträge Vergütung abwirft. Bis Ende des Jahres soll das Solarkraftwerk, das drittgrößte seiner Art in Rheinland-Pfalz, bereits am Netz sein. Die Zeit drängt, denn Monat für Monat nimmt die Einspeisevergütung um derzeit 2,7 Prozentpunkte ab - die Renditen schwinden. Deshalb, so Stadtchef Weber, "mussten wir handeln, weil keiner weiß, was nach dem 31. Dezember kommen wird". In knapp sechs Wochen, beginnend mit der Vorstellung des Projektes bis hin zum Vertragsschluss, wurden die Weichen gestellt. "Das ist der hervorragenden Zusammenarbeit mit allen Beteiligten auf kommunaler Ebene zu verdanken", sagt Achim Nehrenberg, Pressesprecher von Sybac Solar. Auch Weber hat ein Kompliment parat: "Alle Fraktionen im Stadtrat sowie Kreis und Verbandsgemeindeverwaltung haben Hand in Hand gearbeitet."

Sie halten einen Plan in den Händen, der für Sybac Solar (Pressesprecher Achim Nehrenberg, 3. von links) sowie die Stadt verheißungsvoll ist.Foto: Kevin Rühle

Auf einer Fläche von gut 14 Hektar sollen auf 1560 Tischen 37 500 Module installiert werden. Sie liefern einen prognostizierten Ertrag von 8,88 Megawattstunden Strom und können 2300 Vierpersonenhaushalte mit Strom versorgen - mehr, als Kaisersesch benötigt.

Dank der Solarenergie werden rund 5500 Tonnen Kohlendioxid eingespart. "Kaisersesch ist ein aktiver Part in der Energiewende", jubiliert Achim Nehrenberg. Über die Höhe der Pacht und der Vergütung haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Nach RZ-Informationen partizipiert die Stadt, indem sie einen jährlichen Betrag im unteren fünfstelligen Eurobereich einstreicht, an der Einspeisung zu einem geringen Prozentsatz mitverdient und die Kosten für den Rückkauf des Grundstücks ersetzt bekommt. Das soll etwa 700 000 Euro gekostet haben. Den Stadtsäckel wird die Rendite aus dem Geschäft bei derzeit gut 1 Million Euro Schulden nachhaltig entlasten.

Erste Kritiker haben sich zu Wort gemeldet. So moniert Christian Boldt, oberster Jagdgenosse, dass die Stadt viel Fläche ohne Vorwarnung herausgenommen habe, das gehe zulasten des Jagdpächters. Der Wald werde nicht berührt, sagt Gerhard Weber, ist jedoch gesprächsbereit: "Wir müssen über die Jagdpacht sprechen."