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2,7 Megawatt jährlich von der Wiese

14. Mai 2011 | Kempfeld | Nahe Zeitung | Autor: Karl-Heinz Dahmer

Energiewende Am Ortsrand von Kempfeld ist der erste Solarpark im Kreis Birkenfeld entstanden

Unter Hochdruck werden derzeit die Solarmodule für die Fotovoltaikanlage bei Kempfeld installiert. Denn nur, wenn die Anlage bis zum 31. Juni am Netz ist, erhält die Solarpark Kempfeld GmbH 21 Cent pro Kilowattstunde. Danach gibt es nur noch 18. Foto: Reiner Drumm

M Kempfeld. Der entstehende Fotovoltaik-Park am Ortsrand von Kempfeld – der erste im Kreis Birkenfeld – ist ein Hingucker. Er hat innerhalb weniger Wochen deutliche Konturen angenommen. Auf der Gewerbefläche an der Herrsteiner Straße ist ein unübersehbarer Stangenwald gewachsen, die Gerüste stehen, die Module wurden am Donnerstag geliefert und werden derzeit montiert. Danach wird die Elektrik installiert. Die Eile lässt sich nachvollziehen: Bis Ende Juni muss der Solarpark betriebsbereit sein, wenn der Betreiber, die SK Solarpark Kempfeld GmbH & Co. KG, die bis dahin aktuelle Einspeisungsvergütung erhalten will: 21 Cent pro Kilowattstunde. Würde die Anlage später fertig, gäbe es nur noch 18 Cent.

Für Kempfeld ist das Projekt der Firma Sybac-Solar aus Kehrig (Vordereifel) ein Glücksfall. Allein schon die Pachteinnahmen werden jährlich einen ansehnlichen Betrag in die klamme Gemeindekasse spülen. Wie viel genau, darüber schweigt sich Ortsbürgermeister Wolfgang Wannemacher aus, räumt aber ein, dass die Einnahmen nicht im fünfstelligen Bereich liegen, sondern darunter – also weniger als 10 000 Euro im Jahr. Dazu kommt in ein paar Jahren die Gewerbesteuer, sobald der Solarpark rentabel Strom produziert und die Verluste abgeschrieben sind.

Bei einer erwarteten Leistung von 2,7 Megawatt pro Jahr und einer Ertragsprognose von 542 000 Euro kann die Gemeinde mit einer beachtlichen Steuerereinnahme rechnen. Der Vertrag ist auf 20 Jahre abgeschlossen, die Solarfirma hat die Option, ihn zweimal um weitere fünf Jahre zu verlängern.

Im Sommer 2010 hatte die Projektentwicklungsfirma Sybac-Solar (siehe Text unten) Wannemacher über ihr Interesse an der Gewerbefläche informiert. Für Sybac ein nachvollziehbares Geschäft: In der Provinz kostet Boden deutlich weniger als in der Nähe von Ballungsgebieten. Und: Das Projekt konnte ohne große Verzögerung starten. „Wir suchen Gewerbeflächen, die wir schnell entwickeln können“, sagt Jürgen Preusser, der bei Sybac Flächen für den Bau von Fotovoltaik-Anlagen sucht.

Das Terrain am Rand von Kempfeld war ideal: Seit es Mitte der 1990er-Jahre als Gewerbegebiet ausgewiesen wurde, suchte die Gemeinde vergeblich nach Betrieben, die sich dort ansiedeln wollten. Wannemacher und die Gemeinderatsmitglieder schwebten in den Wolken – wurden aber bald wieder auf den Boden geholt: Das Projekt geriet ins Stocken, Baugenehmigung und Energieversorgung mussten zunächst gesichert werden, der Bachlauf machte Probleme, ebenso die Kosten für die Waldrodung. Der beabsichtigte Baubeginn im alten Jahr, mit dem sich Sybac noch eine Einspeisungsvergütung von 28 Cent pro Kilowattstunde gesichert hätte, konnte nicht gehalten werden. Wannemacher: „Anfang Dezember schickte uns die Firma einen ablehnenden Bescheid.“

Doch im Januar kam die Solarfirma erneut auf die Gemeinde zu. Und diesmal ging es nach Plan weiter. Vier Hektar Fichten und Eichen wurden gerodet, im März wurden die ersten Träger gebaut, ein zwei Meter hoher Zaun mit Stacheldraht angelegt, der Sachbeschädigung ausschließen soll. Die Firma zahlt die Kosten für die Ausgleichsflächen: Sechs Hektar (so groß ist die gesamte beanspruchte Fläche, vier Hektar sind bebaut) werden bepflanzt. Vorgesehen dafür ist der Allenberg; aber weil dort guter Ackerboden liegt, wird derzeit noch diskutiert.