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Nach 15 Jahren wird die Vision zur Realität

02. März 2012 | Pferdsfeld / Bad Sobernheim | Oeffentlicher Anzeiger | Autor: Denise Bergfeld

Sonnenstrom Franz Alt und Monika Kirschner spielten im TV schon vor Jahren mit der Solarpark-Idee

Ein gutes Gespür für Zukunftsvisionen: Die Journalisten Franz Alt und Monika Kirschner waren dabei, als die Solarmodule der Firma Sybac auf dem ehemaligen Militärflugplatz Pferdsfeld gestern ihre Arbeit aufnahmen. Die Glühbirnen leuchten mit dem dort erzeugten Sonnenstrom. Foto: Denise Bergfeld
 
M Pferdsfeld. Vor 15 Jahren hatten sie eine Vision: Die Journalisten Franz Alt und Monika Kirschner stellten im Fernsehen in der ARD-Sendung „Zeitsprung“ die Überlegung an, auf dem Militärflugplatz Pferdsfeld könnte einmal ein großer Solarpark entstehen. Damals war das alles noch Zukunftsmusik, die sie mit einer Computeranimation in ihrer Sendung veranschaulichten. Gestern dann, 15 Jahre später, war das Journalistengespann erneut auf dem ehemaligen Flugplatz zu Gast. Franz Alt stöpselte einen Stecker in einen Schaukasten mit fünf Glühbirnen. Sie leuchteten – mit Strom aus Solarenergie. Aus ihrer Vision ist Realität geworden.
 
Denn die Sybac Solar AG aus Kehrig bei Mayen investiert bis Ende 2012 rund 60 Millionen Euro auf dem Gelände. Auf einer Fläche von 60 Hektar entsteht der größte Solarpark in Rheinland-Pfalz (wir berichteten). Da die Bundesregierung angekündigt hat, die Förderung für Solaranlagen drastisch zu kappen, musste die exemplarische Inbetriebnahme nun schnell über die Bühne gehen. Das Unternehmen will sich so die aktuelle Einspeisevergütung von 17,9 Cent pro Kilowattstunde sichern. Pro Jahr soll der Solarpark künftig 28 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren.
 
Als das Unternehmen seinen Plan in Angriff nahm, auf dem ehemaligen Militärflughafen einen Solarpark zu errichten, wussten die Verantwortlich aber nicht, dass die beiden Journalisten schon vor 15 Jahren diese Idee hatten. „Mittlerweile haben sie unseren Film gesehen“, sagt Kirschner.
 
Der Journalist Franz Alt lebt in Baden-Baden und war extra für die Inbetriebnahme und die Aufzeichnung einer Fernsehsendung nach Bad Sobernheim gereist. Er ist ein bekanntes Fernsehgesicht: 17 Millionen Zuschauer sahen Ende der 1970er-Jahre regelmäßig sein politisches Magazin „Report“. Alt hat zig Auszeichnungen gewonnen, unter anderem 1979 den Adolf-Grimme-Preis, in der Vergangenheit leitete er die Zukunftsredaktion „Zeitsprung“ beim SWR, die TV-Magazine „Querdenker“ und „Grenzenlos“ bei 3sat. Er selbst bezeichnet sich heute auf seiner Internetseite als „Ökologisches Gewissen der Deutschen“, schreibt für Zeitungen, hält Vorträge und berät Konzerne und Regierungen in Energiefragen auf der ganzen Welt.
 
Die Autorin und Filmemacherin Monika Kirschner lebt seit 1992 in Seesbach-Waldfriede und engagiert sich unter anderem als stellvertretende Vorsitzende bei der Initiative Soonwald, beim Regionalbündnis Soonwald-Nahe und als Vorsitzende beim Bürgerarbeitskreis Naturpark Soonwald-Nahe.
 
Die Frage, warum er sich so für Erneuerbare Energien stark macht, beantwortet Franz Alt damit, dass er ein einschneidendes Erlebnis hatte. Eines, das viele Menschen in Europa schockierte: „Mein Urerlebnis war Tschernobyl.“ Damals, als Experten noch glaubten, eine Reaktorkatastrophe ereigne sich im Schnitt nur alle 10 000 Jahre. „Alle zehn Jahre ist etwas passiert“, sagt Alt und betont: „Da muss man als Journalist aufwachen.“
 
Auf die aktuellen Pläne der Bundesregierung ist er nicht gut zu sprechen: Als Kniefall vor der Atomenergiewirtschaft bezeichnet er die geplanten Solarkürzungen. Er selbst hat seit 20 Jahren Solarmodule auf seinem Hausdach in Baden-Baden. Viele Nachbarn hätten ihn damals gefragt, was das auf seinem Dach denn sei. Heute weiß nahezu jeder, was eine Fotovoltaikanlage ist. Auch der Anblick eines Solarparks ist den meisten Menschen vertraut.
 
Ganz einfach ist es aber nicht, Flächen für diese Parks zu finden. Aber Alt ist überzeugt: „Solche Anlagen wie hier sollte es fünf- bis sechsmal so häufig geben.“ Alte Müllkippen oder Militäranlagen würden sich hervorragend eignen. Oder Autobahnen: „Meine Vision ist, entlang der A 7 Fotovoltaik und Windräder zu installieren.“ Er wagt einen weiteren Blick in die Zukunft. 15 Jahre später: Mindestens 70 bis 80 Prozent des erzeugten Stroms stammt aus erneuerbaren Energien. Eine Träumerei? „Nein, früher glaubten Experten, wir lägen heute bei 7 Prozent“, sagt Alt. Tatsächlich seien es mittlerweile 20 Prozent.