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Oberdreis beteiligt sich am Solarwerk auf der Erddeponie

10. Dezember 2010 | Oberdreis | Rhein-Zeitung | Autor: Ralf Grün

Stromversorgung Kommune darf Fotovoltaikanlage künftig mitbetreiben

M Oberdreis. Die Gemeinde Oberdreis darf sich am Solarwerk auf dem Gelände der kommunalen Erddeponie beteiligen. Sie unterhält künftig einen Teil der Fotovoltaikanlage in Eigenregie. Die Neuwieder Kommunalaufsicht hat dafür grünes Licht gegeben. Damit ist Oberdreis kreisweit die erste Gemeinde, die eine Anlage dieser Größe (etwa achteinhalb Fußballfelder) mitbetreibt.

Mit dem Investor Sybac-Solar GmbH laufen derzeit die Vertragsverhandlungen. Laut Ortsbürgermeister Dieter Klein-Ventur geht es noch um Details: „98 Prozent der Vereinbarungen stehen bereits.“ Ist die Tinte auf dem Schriftstück trocken, muss der Kreis noch einmal seinen Segen geben. Künftig wollen die Partner unter dem Firmennamen „SO Solarpark Oberdreis GmbH & Co. KG“ regenerativen Strom produzieren und ins Netz der Versorger einspeisen. Die Gemeinde sieht das auch als Beitrag zum Klimaschutzkonzept der Verbandsgemeinde.

Für das Ja vom Kreis zur Beteiligung hat die Kommune eine entscheidende Voraussetzung erfüllt: Die Gemeinde kauft einen Teil der Anlage inklusive eines Wechselrichters, der etwa 23 Prozent (700 Kilowattpeak) der gesamten Fotovoltaikanlage (3000 Kilowattpeak) umfasst. Diesen Teil könnte Oberdreis im Notfall auch alleine weiterbetreiben. Somit ist gewährleistet, dass die Investition sich unverändert über die Einspeisevergütung rechnet. Dass dieser Notfall eintritt, etwa dass Sybac-Solar seine Solarmodule in Oberdreis irgendwann wieder abbaut und in Spanien wieder aufbaut, davon geht Klein-Ventur allerdings nicht aus.

Die Investition in die Sonnenstromgewinnung ist für Oberdreiser Verhältnisse beträchtlich. 2 Millionen Euro nimmt die Gemeinde für die Beteiligung am Solarwerk in die Hand. Der Rat hat entschieden, wie die Summe finanziert werden soll: 500 000 Euro kommen aus dem Eigenkapital, für 1,5 Millionen Euro nimmt die Kommune Kredite auf. Die Investition spiegelt sich im Nachtragshaushalt für die Erddeponie wider.

Klein-Ventur hofft, dass das Solarwerk noch Ende des Jahres ans Netzt geht. Die Voraussetzungen für einen geglückten Start sind jedenfalls weitestgehend geschaffen. Sämtliche Fotovoltaikmodule ruhen auf ihren Tischen, Wechselrichter und Übernahmestation sind angeschlossen. „Es müssen lediglich noch 500 Meter Kabel verlegt werden“, erklärt der Ortsbürgermeister. Die Anlage ist sogar schon bei der Bundesnetzagentur als betriebsbereit gemeldet. Dabei erwähnt Klein-Ventur, dass mit Blick auf den Zeitplan das Wetter eine Rolle spielt.

Die Fotovoltaikanlage produziert so viel Strom, dass laut Klein-Ventur die Gemeinden Oberdreis und Rodenbach versorgt werden können – „vielleicht sogar noch darüber hinaus“. Weil der Strom physikalisch gesehen immer den kürzesten Weg nehme, würden die Oberdreiser zumindest tagsüber in der Tat den Strom verbrauchen, der im Solarwerk erzeugt wird.

Firmensitz ist Oberdreis. „Das war uns wichtig, weil so die Steuereinnahmen im Ort bleiben“, erklärt Klein-Ventur. Was die Beteiligung am Solarwerk an Euro und Cent pro Jahr für den Oberdreiser Haushalt bringt, dafür hat er noch keine Zahlen parat: „Eine fünfstellige Summe kann als gesichert angesehen werden. Wie hoch die ausfällt, ist zu ermitteln, wenn die Kreditverträge unterschrieben sind.“ So oder so, die Anlage sei finanziell für die Gemeinde interessant.