Sybac Solar News: Infos über realisierte Projekte an vielen verschiedenen Standorten und aktuelle Nachrichten zu Sybac Solar.

Oberdreis will Teilhabe am Solarwerk

19. Oktober 2010 | Oberdreis | Rhein-Zeitung | Autor: Ralf Grün

Gemeinde will sich über Kredite in Betreibergesellschaft einkaufen – Kommunalaufsicht prüft Vorhaben noch – Aufbau läuft

Die Gemeinde Oberdreis möchte ein Zeichen für regenerative Energien setzen. Und sie möchte auch vom entstehenden Solarwerk profitieren.

Oberdreis. Darf sich die Gemeinde Oberdreis an der Betreibergesellschaft für das Solarwerk auf dem Gelände der Erdaushubdeponie beteiligen? Die letzte Entscheidung dazu trifft die Kreisverwaltung. Die Ratsmitglieder um Ortsbürgermeister Dieter Klein-Ventur hoffen aber in den nächsten vier bis fünf Wochen auf einen positiven Bescheid. „Letztendlich ist ein verstärktes Engagement der Kommunen bei den regenerativen Energien politisch gewollt. Und wir denken, die Behörden können bei unserem Projekt diesem Leitgedanken durchaus folgen“, erklärt Klein-Ventur.

Offen ist die Frage vor allem deshalb, weil die Oberdreiser planen, sich über Kredite in die GmbH einzukaufen. „Zwar haben wir noch ein bisschen Eigenkapital, aber im Grunde wollen wir das schon über Kredite finanzieren. Und das muss noch mit der Kommunalaufsicht abgestimmt werden“, erklärt Klein-Ventur. Da die finanzielle Lage der Kommune insgesamt nicht allzu rosig ist, hat sich der Kreis bereits beim Land um einen Rat bemüht. Wie die Verwaltung letztlich befinden wird, bleibt also abzuwarten.

Der Gemeinderat steht laut Klein-Ventur geschlossen hinter der Grundsatzentscheidung für eine Beteiligung. „Mit der Verpachtung des gemeindeeigenen Grund-stücks haben wir da ein klares Signal gesetzt“, findet der Ortsbürgermeister. Lediglich über die Höhe der Beteiligung gibt es im Gremium noch unterschiedliche Ansichten. Aber auch das dürfte, grünes Licht aus Neuwied vorausgesetzt, zu klären sein. Dass neben dem energetischen Ansatz mit Solarstrom auch Geld verdient werden kann, wertet die Gemeindespitze als schönen Nebeneffekt für den Haushalt.

Um bei diesem „Leuchtturmprojekt“ rechtlich stets auf der sicheren Seite zu wandeln, sucht die Gemeinde ganz bewusst die Fachkompetenz bei den maßgeblichen Behörden der Verbandsgemeinde und des Kreises. „Für eine Kommune unserer Größe ist so ein Solarwerk schließlich kein Alltagsgeschäft“, sagt der Ortsbürgermeister.

Rechtliche Sicherheit will die Gemeinde auch in einer anderen Frage herbeiführen: Die Rede ist von Bürgerbeteiligungen an der Solaranlage. Klein-Ventur kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht mehr sagen. Nur so viel: „Wir arbeiten dran.“

Kommen wir zum Solarwerk selbst: Die Arbeiten auf dem Gelände der Erddeponie laufen auf Hochtouren. Dabei hat die Gemeinde erst im August den Vertrag mit einem neuen Investor abgeschlossen. Nachdem sich die Firma Juwi Solar nicht mehr in der Lage sah, das Projekt zu übernehmen, ist die Sybac-Solar GmbH aus Kehrig eingesprungen.
Wie Mitarbeiter Christian Steffens informiert, sind inzwischen alle Ständer in die Erde gerammt, die Tische zu 80 Prozent montiert und verkabelt und darüber hinaus auch die mehr als 12 000 Solarmodule selbst bereits zur Hälfte auf den geneigten Tischen befestigt.

Wenn das etwa achteinhalb Fußballfelder große Solarwerk fertig ist, kann es eine Spitzenleistung von 3000 Kilowattpeak (da sind pro Jahr drei Millionen Kilowattstunden möglich) ins Stromnetz der Süwag einspeisen. Zum Vergleich: Eine Person in einem Vierpersonenhaushalt verbraucht jährlich im Schnitt 875 Kilowattstunden.

Gemeinde wie Betreiber hoffen, dass die Anlage Ende November ans Netz gehen kann. Zuvor muss aber noch die Übergabestation pünktlich geliefert werden. Lieferzeiten spielen in der Branche laut Klein-Ventur generell eine große Rolle, da in der Solarindustrie nur für einen konkreten Auftrag und nicht im Voraus produziert wird.