Sybac Solar News: Infos über realisierte Projekte an vielen verschiedenen Standorten und aktuelle Nachrichten zu Sybac Solar.

Solaranlage ist schon bald am Netz

12. September 2012 | Kerpen | Kölner Stadtanzeiger | Autor: Wilfried Meisen

Mehr als 8500 Solarmodule werden entlang der neuen Trasse der Hambachbahn bei Buir aufgestellt. Schon im Oktober soll die riesige, von der Stadt und dem Unternehmen RWE Deutschland gemeinsam betriebene Solaranlage ans Netz gehen.

Kerpen-Buir. Die Solaranlage, die jährlich rund 1,9 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen soll, ist eine der größten im Rheinland. Sie wird rund 2,5 Millionen Euro kosten. Auf einer Strecke von rund zwei Kilometern werden in den nächsten Wochen auf einem bestehenden Lärmschutzwall mehr als 8500 Solarmodule aufgestellt. Das entspricht einer Fläche von drei Fußballfeldern. Die Anlage soll jährlich Strom für rund 500 Haushalte produzieren können. "Die umweltfreundliche Stromerzeugung wird in Kerpen dauerhaft zu einer jährlichen Kohlendioxid-Einsparung von 1000 Tonnen pro Jahr führen", heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung von Stadt und RWE.

Für den Bau der Solaranlage und deren Wartung haben die Stadt und das Energieunternehmen eine eigene Gesellschaft, die Energiepartner Kerpen GmbH, gegründet. Die Stadt und die Raiffeisenbank Frechen-Hürth werden dort jeweils 1,25 Millionen Euro an Einlagen einbringen. RWE stellt die Flächen und wirkt an der Projektentwicklung mit. Dabei will die Raiffeisenbank ihr Investment wieder über eine "Energie-Anlage" bei ihren Kunden einsammeln. Alle Bürger seien aufgerufen, die Anlage zu zeichnen. Es wird ein "attraktiver Zinssatz" von drei Prozent auf fünf Jahre versprochen. Die Einlage soll absolut sicher sein, unabhängig vom Erfolg der Solaranlage. "Bei allen unseren Kerpener Geschäftsstellen kann die Energie-Anlage ab sofort erworben werden", so Joachim Kohtes, Prokurist der Raiffeisenbank.

Einen großen Gewinn verspricht sich die Stadt von der Beteiligung an dem Projekt nicht. Man rechne mit Gewinnen von vielleicht rund 20 000 Euro im Jahr, meinte Kämmerer Bernd Zimmermann. Es gehe bei dem Projekt vielmehr darum, gemeinsam mit dem Unternehmen RWE die regenerativen Energien voranzutreiben und dabei auch die Bürger beteiligen zu können, erläuterte Bürgermeisterin Marlies Sieburg. So habe es auch eine breite Zustimmung im Rat dafür gegeben. Dabei sei man auch bereit gewesen, mit der Buirer Initiative "Sonnenwaende" zusammenzuarbeiten, die Solarmodule auf der Lärmschutzwand entlang der neuen Autobahntrasse anbringen lassen will. So sollte neben der Energiegewinnung auch noch zusätzlicher Lärmschutz geschaffen werden. Die Initiative habe aber nicht mitmachen wollen.

Dr. Lars Kulik von RWE Power sieht die Solaranlage als ein gutes Beispiel dafür, wie sich "Braunkohletagebau und regenerative Energien nicht ausschließen, sondern sinnvoll ergänzen". Wenn die Solaranlage ein Erfolg werde, könnte es weitere ähnliche Projekte geben, sagte Dezernent Peter Knopp: "Das ist erst der Anfang."