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Solms hat Sonne im Netz

26. Oktober 2011 | Solms | Wetzlarer Neue-Zeitung | Autor: Frank Stühler

Bürgermeister Inderthal weiht mit 60 Gästen Solarpark am Galgenberg ein

Solms. Die Stadt Solms hängt am Netz der Sonne: Mittwochnachmittag hat Bürgermeister Frank Inderthal (SPD) gemeinsam mit rund 60 Gästen - darunter Vertreter der Stadt, des Kreises und des Regierungspräsidiums - den Solarpark am Galgenberg offiziell eingeweiht.

Gaben den Start für den Solmser Anschluss ans Netz der Sonne (v.l.): Rolf Witezek (Volksbank Mittelhessen), Burkhard Meth (Eon-Mitte), Thomas Cornelius (Volksbank Mittelhessen), Carsten Vollmer (Energiegenossenschaft Solmser Land), Wolfgang Hofmann (Erster Kreisbeigeordneter), Roland Heuser (SYBAC), Bürgermeister Frank Inderthal, Landrat Wolfgang Schuster, Robert Watkins (SYBAC), Heinz Bergfeld (Energiegenossenschaft Solmser Land) und Regierungspräsident Lars Witteck. (Foto: Stühler)

Inderthal sprach von einem "Meilenstein der Stadtgeschichte" und dankte allen am Projekt beteiligten für die schnelle Umsetzung. Noch nicht einmal ein Jahr ist seit der ersten Idee für einen Solarpark auf der freiwerdenden Fläche am Galgenberg vergangen. Die hatten die Vertreter der Stadt im Dezember 2010. Bereits im März 2011 begann die Planungsphase inklusive Änderung des Flächennutzungsplans, bereits ab Juli 2011 wurde am Galgenberg gebaut.

Watkins: "Umsetzungsgeschwindigkeit war einmalig"

Ein Tempo, das selbst Robert Watkins, Geschäftsführer der SYBAC Solar GmbH, die die Anlage baut, beeindruckte. "Die Umsetzungsgeschwindigkeit hier war einmalig", sagte er und betonte, dass es sich beim Galgenberg aufgrund der Bodenbeschaffenheit und der hügeligen Struktur um keine einfache Fläche gehandelt habe.

Watkins lieferte auch Eckdaten zur Anlage: 6,2 Hektar beträgt die Fläche, 15 340 Solarmodule wurden insgesamt montiert. Der Solarpark verfügt über eine Leistung von 2,976 MWp (Megawatt Peak), was ausreicht, um etwa 800 Haushalte mit Strom zu versorgen. Die Gesamtkosten des Parks betragen 6,4 Millionen Euro, die Betreiber erwarten einen Ertrag von 623 000 Euro pro Jahr. Zwar speise die Anlage derzeit noch keinen Strom ins Netz ein, dies werde aber in Kürze der Fall sein.

Inderthal dankte vor allem den Stadtverordneten und Magistratsmitgliedern für die Unterstützung des Projekts. Das Parlament habe alle Beschlüsse einstimmig gefasst. Sein besonderer Dank galt den Abgeordneten, die den Planungsprozess trotz abweichender energiepolitischer oder volkswirtschaftlicher Ansichten mitgetragen haben.

Weiterhin lobte er die erfolgreiche Gründung der Energiegenossenschaft Solmser Land. Sie wird ab 1. Januar 2012 den Solarpark übernehmen. Die Gründung der Genossenschaft habe es den Menschen ermöglicht, das Kapital zur Übernahme des Parks selbst aufzubringen. Damit blieben auch die Einnahmen für die kommenden 20 Jahre in der Region. Seine Einschätzung zumindest zum aktuellen Zeitpunkt lautete: "Wir haben alles richtig gemacht".

Dieser Beurteilung schloss sich auch Regierungspräsident Lars Witteck (CDU) an. Man sei in Solms einen klugen Weg gegangen. Das Thema "Erneuerbare Energien" habe das Problem, dass die Zustimmung rapide abnehme, je unmittelbarer die Bevölkerung davon betroffen sei. Oft entstehe beim Bürger der Eindruck, er habe zwar die Lasten zu tragen, die Gewinne würden aber andernorts gemacht. "Hier ist das anders gelaufen".

Witteck: "Das Vorgehen in Solms ist vorbildlich für Hessen"

Gründe seien die größtmögliche Offenheit, mit der die Stadt Solms das Projekt in Angriff genommen habe sowie die Tatsache, dass man die Bürger von Anfang an eingebunden habe.

Die Verantwortlichen hätten versucht, zu überzeugen und das Thema für alle Interessierten greifbar zu machen. Das Vorgehen in Solms sei vorbildlich für ganz Hessen. Der Regierungspräsident unterstrich, es sei seiner Behörde im Fall des Solmser Solarparks leicht gefallen, zu helfen und bürokratische Hürden abzubauen. Landrat Wolfgang Schuster (SPD) lobte insbesondere das genossenschaftliche Modell.

Auch der Erste Kreisbeigeordnete Wolfgang Hofmann (FWG) sprach von der "demokratischsten Form der Energieerzeugung". Die Investition in eine Anlage vor Ort nannte er eine "bemerkenswert genutzte Chance für den ländlichen Raum."

Diese Ansicht teilte Rolf Witezek vom Vorstand der Volksbank Mittelhessen. Die Volksbank finanziert durch ein Darlehen die 5,1 Millionen Fremdkapital zur Übernahme der Anlage durch die Energiegenossenschaft Solmser Land. Er sei stolz darauf, dass die Volksbank durch ihre Beratung der Stadt und die Kontakte zu SYBAC gewissermaßen die Kontakte für das Projekt hergestellt habe. Er stellte eine Rendite der Anlage von 4,5 bis 7 Prozent in Aussicht. Allerdings gehe es nicht nur um die Rendite, sondern auch darum, erneuerbare Energien nach vorne zu bringen.

Hohes Bürgerinteresse

160 Bürger haben bereits Interesse an Anteilen der "Energiegenossenschaft Solmser Land" bekundet. Das haben Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft mitgeteilt. Insgesamt seien Zeichnungserklärungen in einer Höhe von 1,3 Millionen Euro eingegangen, was dem Eigenkaptitalanteil entspricht und es der Energiegenossenschaft möglich macht, die Anlage komplett zu übernehmen. Das Interesse an Genossenschaftsanteilen ist höher als die zur Verfügung stehenden Anteile, sodass bereits eine Warteliste besteht. 

Bürgermeister Frank Inderthal betonte, dass  die Stadt Solms den Bürgern den Vortritt lassen und sich nicht selbst am Solarpark beteiligen wird. 66  Prozent der Interessenten kommen aus der Stadt Solms selbst, ihr Kapitalanteil liegt bei 49  Prozen der Gesamtsumme. Der Großteil der weiteren Interessenten stammt aus anderen Kommunen des Lahn-Dill-Kreises sowie aus den Nachbarkreisen Gießen und Limburg-Weilburg. Derzeit sind Vorstand und Aufsichtsrat der Energiegenossenschaft damit beschäftigt, die Voraussetzung für eine Eintragung ins Genossenschaftsregister zu schaffen und die Verträge zur Übernahme der Anlage auszuarbeiten. Diese ist für  1. Januar 2012 geplant.