Sybac Solar News: Infos über realisierte Projekte an vielen verschiedenen Standorten und aktuelle Nachrichten zu Sybac Solar.

Sonnenkraft gibt es ab 1000 Euro

22 September 2011 | Solms | Wetzlarer Neue-Zeitung | Autor:

Bürger können Anteile am Solarpark zeichnen / 300 Gäste bei Infoabend

Solms (ijm/red). Das Interesse an Anteilen für den neuen Solmser Solarpark auf dem Galgenberg ist groß. 300 Besucher kamen schon zur ersten Informationsveranstaltung der Energiegenossenschaft Solmser Land, um die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung kennenzulernen.


 (Foto: Janssen-Mignon)

Interessenten können danach für Anteile an der Photovoltaikanlage  ab sofort unter www.eg-solmser-land.de eine Verpflichtungserklärung abgeben. Diese ist zwar noch nicht rechtsverbindlich. Doch die Reihenfolge des Eingangs entscheidet – falls mehr Bürger mitmachen möchten, als Anteile vorhanden sind – später über den Zuschlag, so Heinz Bergfeld vom Vorstand der Genossenschaft. Wer Anteile kaufen will, wird später Mitglied der Genossenschaft.
 
Wie Bergfeld informiert,  liegen nach dem Infoabend bereits Erklärungen von Zeichnungswilligen vor, die zehn Prozent der zu vergebenden Betrags abdecken.

"In sehr kurzer Zeit ist es uns gelungen, die Anlage zu realisieren und nun wollen wir Sie über den Bürgersolarpark informieren und Ihre Fragen beantworten", hatte Bürgermeister Frank Inderthal (SPD) die Gäste begrüßt. Auf deren Fragen antworteten von Aufsichtsrat und Vorstand der Genossenschaft Bergfeld, Carsten Vollmers, Inderthal, Thomas Cornelius (Regionaldirektor Volksbank) und Roland Heuser (Geschäftsführer des Investors Sybac). Weiter gaben von der Volksbank der Bereichsleiter für Kommunen, Manfred Schneider,   und Bernhard Brauner für die Gründungs- und Kompetenzzentrumsgenossenschaften Auskunft.

"Ab wann ist mit einer Dividende zu rechnen?", das wollte einer der Bürger aus dem Publikum wissen. Laut Heuser ist damit vom Investor Sybac schon in zwei Jahren zu rechnen. Die Mindestbeteiligung steht mit 1000 Euro pro Zeichnung fest. Davon sind 200 Euro Geschäftsanteil und 800 Euro werden als Darlehen für die Anlage gewertet, erklärte Brauner. Laut Bergfeld gilt somit für den 800-Euro-Anteil ein Mindestzins von 4,5 Prozent. Für die Laufzeit von 20 Jahren rechnet die Genossenschaft jedoch mit einer Durchschnittsrendite von rund sieben Prozent.  Ab dem zehnten  Jahr steige der Satz erheblich.  "Es ist es  möglich, die Mitgliedschaft nach frühestens zwei Jahren zu kündigen oder jederzeit jemanden zu finden, der die Anteile übernimmt", erklärte Brauner weitere Bedingungen. 

Genossenschaft rechnet mit  sieben Prozent Rendite und garantiert 4,5

"Was passiert, wenn die 1,2 Millionen Euro Bürgeranteile an der Solaranlage überzeichnet sind?", wollte ein weiterer Solmser wissen. "Darüber haben wir noch nicht weiter nachgedacht, aber wer zuerst kommt, kommt auch in den Genuss der Genossenschaft", sagte Bergfeld. Bürgermeister Inderthal stellte jedoch zugleich in Aussicht, dass in diesem Fall die Stadt auf ihre Anteile verzichten werde. "Die Stadt schnappt den Bürgern keine Anteile weg", so der Bürgermeister. Der Finanzausschuss des Parlaments hatte  für die Stadt eine Beteiligung von mindestens 200 000 Euro und maximal 300 000 Euro anvisiert.

Pro  Bürger muss es nicht bei 1000 Euro bleiben, Mehrfachzeichnungen sind möglich. "Es gibt keine Deckelung, wir haben das offen gelassen. Aber man hat als Mehrfachanteilshaber kein größeres Stimmrecht. Jedes Mitglied hat in der Generalversammlung aller Mitglieder nur eine Stimme",  informierte Bergfeld. Auch wer Mitglied der Genossenschaft werden kann, war  für die Besucher in der Taunushalle Thema. Die Priorität werde auf Solmser Bürgern liegen, aber auch andere  könnten eintreten. "Mittelhessen sind willkommen", so das Fazit.

Auch zur Herkunft der Photovoltaik hatten die potenziellen Anteilseigner Fragen. Die Module kommen aus China, wobei die Wechselrichter der Anlage von Siemens produziert wurden. Siemens übernimmt auch die Wartung der Teile. Zum Wirkungsgrad des Parks für erneuerbare Energie über zwei Jahrzehnte machte der Sybac-Geschäftsführer Angaben.  In ersten zehn Jahren liegt die Leistung bei 100 Prozent, für das Alter von zehn bis 20 Jahren bei 90 Prozent. Doch auch danach  werde  eine Leistung  von 80 Prozent erwartet.

Keine Deckelung, Kontrolle per Internet und Leistung über 20 Jahre hinaus

"Wir gehen davon aus, dass die Anlage darüber hinaus noch zehn bis 15 Jahre weiter Strom produzieren kann",  so Roland Heuser.  Er kündigte an, dass jedes Genossenschaftsmitglied die Möglichkeit erhält, per Internet die täglich auf dem Galgenberg produzierte Strommenge  zu verfolgen. Denn so wird die Anlage auch überwacht, um bei Problemen schnell zu handeln.

Aber auch über Risiken müsse der am Solarpark beteiligte Bürger  Bescheid wissen.  "Wir wissen nicht, wie sich das Wetter in den kommenden Jahren entwickelt, und auch mögliche Versicherungsschäden können höher ausfallen, als angenommen. Ebenso ist Vandalismus ein Risikofaktor", sagte Heuser.  Aber die Anlage sei  gut eingezäunt und geschützt. "Und was passiert bei einem Brand?", lautete eine Zusatzfrage. In diesem schlimmsten angenommen Fall müsse man die Anlage kontrolliert abbrennen lassen, so die Antwort.

Für Fragen  zum Solarpark  hat die Energiegenossenschaft auch eine Sprechstunde für Bürger eingerichtet. Nächste Termine sind für den 13. und 27. Oktober von 17 bis 18.30 Uhr im Rathaus (Oberndorfer Straße) vorgesehen. Vorher ist Heinz Bergfeld unter ✆ (06442) 9220307 erreichbar.