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Sonnenstrom für tausend Haushalte

06. Dezember 2009 | Zachow | Schweriner Volkszeitung | Autor: Wolfried Pätzold

Energie vom Himmel:
Dr.-Ingenieur Sigmar Kapitola hält Zachow für einen gut geeigneten Standort.

Selbst ein kräftiger Regenschauer kann Dr.-Ingenieur Sigmar Kapitola nicht davon abbringen, von seinem "Sonnenprojekt" zu schwärmen. "In den zurückliegenden zwanzig Jahren war es hier durchschnittlich doch viel öfter heiter als beispielsweise in Hamburg oder Mitteldeutschland", gibt sich der Experte nach Auswertung der meteorologischen Langzeitstatistik gelassen. Bei der Auswahl einer rund zehn Hektar großen Brachfläche im Gewerbegebiet Zachow für sein Zehn-Millionenprojekt ist die Sonnenscheindauer und -intensität ein wichtiges Kriterium. "In der ersten Ausbaustufe wollen wir in unserem Solarpark Sonnenlicht in Elektroenergie für den Jahresverbrauch von rund tausend Vier-Personen-Haushalten umwandeln", so der Geschäftsführer und Gesellschafter der Sybac Solar Berlin GmbH.

Solarpark mit der Natur im Einklang

Die Leistung der Photovoltaikanlagen ist in Zachow zunächst auf 4,3 Megawatt ausgelegt und damit einer der "kleinen Großparks", die derzeit in Deutschland aufgebaut werden. Doch damit ist das Ende der Fahnenstange bei der alternativen Energieproduktion hier nicht erreicht. Vor wenigen Tagen hat die Tessenower Gemeindevertretung bereits grünes Licht für den weiteren Ausbau auf dann 30 Hektar Größe gegeben.

Derzeit läuft der Aufbau des Solarparkes am Rande des Zachower Gewerbegebietes auf Hochtouren. Mehr als 20 000 Module mit einer Photovoltaikfläche von jeweils 2,7 Quadratmetern sollen bis zum Jahresende montiert sein. "Der Zeitdruck ist enorm, denn noch in diesem Jahr soll der erste Strom fließen", sagt Wilfried Clauhs von der Montagefirma aus Sachen-Anhalt. "Das hat vor allem finanzielle Gründe. Die von der Bundesregierung garantierte Vergütung nach dem Energieeinspeisegesetz wird ab Januar 2010 um elf Prozent reduziert. Da bis zum Jahresende die meisten Kosten anfallen, müssen wir genau rechnen", so Dr. Kapitola, der zuversichtlich ist, dass das ehrgeizige Ziel geschafft wird. Mit den am Bau beteiligten Firmen, die ausnahmslos aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern stammen, habe man gute Partner gefunden. Bis zu 40 Fachleute sind mitunter auf der Baustelle im Einsatz. "Sehr erfreulich ist auch die Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort und dem Netzbetreiber Wemag. Das haben wir so bei anderen Projekten noch nicht erlebt", freut sich der Berliner Investor.

In diesen Tagen sollen auf die bereits aufgestellte Metalltische, die nach Süden in einem horizontalen Winkel von 25 Grad ausgerichtet sind, die Photovoltaikelemente montiert werden. Wenn alles klappt könnten 1,3 Megawatt durch ein noch zu verlegendes Erdkabel von Zachow bis Slate an eine Übergabestation der Parchimer Stadtwerke fließen. Dafür muss der Solarstrom in Wechselstrom umgewandelt und auf 20 KV hochtransformiert werden.

Nach endgültiger Fertigstellung des Solarparkes wird hier selten ein Mitarbeiter zu sehen sein. "Die Technik wird fernüberwacht und ist in den kommenden zwanzig Jahren ziemlich wartungsfrei", sagt Dr. Kapitola. Er ist sich sicher, dass der Park sich in die Natur gut einfügen wird. "Es entstehen unter den Solarelementen Schattenbereiche, die Kleintieren einen geeigneten Lebensraum bieten. Und selbst nach Jahrzehnten wäre ein Rückbau der Module problemlos", so der Experte.

Tessenows Bürgermeister Reinhard Müller ist froh, dass sich auf dem Brachland endlich etwas bewegt. "Nachdem sich in diesem Gewerbegebiet seit Jahren nicht viel getan hat, ist diese Investion endlich ein Lichtblick", so das Gemeindeoberhaupt. Er hofft, dass der Investor eine glückliche Hand hat, und sich die Einnahmen, die er mit der Sonnenenergie erwirtschaften will, auch langfristig rechnen. Denn daraus ergeben sich schließlich auch die Einnahmen für die Gemeinde. "Bei unserer Haushaltslage zählt jeder Euro. Da kommen uns Pachteinnahmen gerade recht", bekräftigt Reinhard Müller. Mit Einnahmen aus der Gewerbesteuer sei nicht zu rechnen, da die Firma Sybac Solar ihren Sitz nicht vor Ort hat. Mit der Bereitschaft des Investors, die Kosten für eine Überarbeitung des B-Planes in diesem Gewerbegebiet zu übernehmen, profitiert die Kommune aber zusätzlich. Dem weiteren Ausbau des Solarparkes steht aus Sicht des Bürgermeisters nichts entgegen.