Sybac Solar News: Infos über realisierte Projekte an vielen verschiedenen Standorten und aktuelle Nachrichten zu Sybac Solar.

Sybac-Solarpark bei Pferdsfeld: Strom für 7000 Haushalte

29. Februar 2012 | Pferdsfeld / Bad Sobernheim | Rhein-Zeitung | Autor: Munzlinger Stefan

Pferdsfeld - Auf dem ehemaligen Nato-Flugplatz Pferdsfeld entsteht zurzeit der größte rheinland-pfälzische Solarpark: Die Sybac Solar GmbH aus Kehrig bei Mayen will dort insgesamt 60 Millionen Euro investieren. Ende 2012 soll der Park fertig sein. Etliche Module erzeugen bereits Strom aus Sonnenkraft.

1997: Die Phantom-Jets des Jagdbombergeschwaders 35 heben ein letztes Mal ab und fliegen zu ihrem neuen Standort in Laage bei Rostock. Seither wird das 320 Hektar große Pferdsfelder Areal von der Trierer Wohnungsbau AG (Triwo) vermarktet und ist Konversionsgebiet, will sagen: Nach und nach sollen zivile Arbeitsplätze entstehen.

Franz Alt, Öko-Vordenker und einst streitbarer TV-Moderator des Politmagazins „Report“, wird am 1. März nach Pferdsfeld kommen, um gegen 13 Uhr dabei zu sein, wenn weitere Module ihre Arbeit aufnehmen. Dann werden Erinnerungen an „Zeitsprung“ wach, seine Sendung von 1997, in der Pferdsfeld – damals noch verrückt-visionär – als Solarpark dargestellt wurde. Mit Fernseh- und Buchautorin Monika Kirschner (63), eine Ost-Westfalin die seit 1992 in Seesbach-Waldfriede lebt, zeichnete er den „langen Weg einer Idee in die Realität“ vor.

Aus der Idee von damals ist tatsächlich Realität geworden. Rasch wächst der Park der Sybac Solar GmbH. Seit Dezember stehen 8 Megawatt Kapazität zur Verfügung. Mittlerweile sind 49 000 Module mit einer Gesamtleistung von 9,5 Megawatt installiert. Über ein neun Kilometer langes Kabel gelangt der Strom in Richtung Monzingen, die Arbeiten daran laufen.

Am Ende sollen es 28,5 Megawatt aus 135 000 Modulen vor allem aus chinesischer Produktion sein, sagt Achim Nehrenberg, Marketing- und PR-Chef der Sybac. Die verbrauchte Fläche liegt bei 60 Hektar, die Module sind auf 5600 Spezialtischen montiert. 2000 Tonnen Metall werden dann verbaut sein.

„Damit haben wir eine Anlage, die 7000 Vier-Personen-Haushalte versorgen und 28 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren kann“, erklärt Nehrenberg, der den Öko-Charakter des Solarparks betont: Bis zu 17 000 Tonnen weniger CO2 würden dadurch jährlich in die Luft geblasen. Und: Ein solcher Solarpark ersetzt bis zu zwölf der vor allem auch im Soonwald umstrittenen Windräder.

Die aktuelle Einspeisevergütung für jede Kilowattstunde Pferdsfelder Sonnenstrom liegt bei 17,9 Cent; das hängt von der Größe der jeweiligen Anlage ab. Nun hat die Bundesregierung vor wenigen Tagen angekündigt, die Förderung kappen zu wollen, um rund 24 Prozent. „Mit dieser quasi rückwirkenden Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes geht vielen Investoren die finanzielle Planungssicherheit verloren“, so Achim Nehrenberg zur Stimmung in der Solarbranche.

Gegen ein moderates Absenken der Einspeisevergütung bis zum Erreichen der Netzparität sei ja grundsätzlich nichts zu sagen. Doch habe man in der Vergangenheit weit größere Planungssicherheit gehabt. Die Modulhersteller hätten ihre Preise nach den länger bekannten Vorgaben der Einspeisevergütung gesenkt. „So brutal“, wie jetzt von der Bundesregierung geplant, habe die Branche das Runterfahren der Förderung niemals erwartet. Schon werden im Internet Rücktrittsforderungen gegen die verantwortlichen Minister laut.

Das gesamte System lebe davon, sich kontinuierlich auf die Netzparität zuzubewegen, sagt der PR-Mann der Sybac Solar. Dieser Punkt sei dann erreicht, wenn die Produktionskosten für solaren Strom so weit gesunken sind, dass sie dem Einkaufspreis beim Stromversorger entsprechen. Achim Nehrenberg: „Ab da lohnt sich die Solarkraft auch ohne Zuschüsse.“ Netzparität – was die einen als Vision darstellen, gilt bei anderen Experten als „mittelfristig erreichbar“.

Monika Kirschners vorübergehendes Pferdsfeld-Fazit: „Auch wenn der große Konversionserfolg, selbst mit der Opel-Teststrecke, einem Logistikunternehmen und einem Holzschnitzel-Betrieb bislang ausblieb, so kehrt mit dem neuen Solarpark doch ein Stück Zukunft und vielleicht auch wieder ein Stück Hoffnung in Pferdsfeld ein.“ (mz)

 

 Imposanter Blick von oben auf den ehemaligen Flugplatz Pferdsfeld: der Solarpark der Sybac GmbH. Seit 2011 baut sie am Park, Ende 2012 soll die größte rheinland-pfälzische Fotovoltaikanlage mit 135.000 Modulen auf 60 Hektar fertig sein.